Ambergs Notversorgung funktioniert flächendeckend
Blackout-Szenario für den Katastrophenfall
Ob durch zunehmende Digitalisierung oder Hackerangriffe – ein flächendeckender Stromausfall ist nicht völlig auszuschließen. Um für eine derartige Katastrophe gerüstet zu sein, wurde ein Notfallkonzept für die städtische Wasserversorgung entwickelt und in Zusammenarbeit mit der Stadt und den Blaulichtorganisationen Mitte 2022 erfolgreich getestet.
Die Versorgungssicherheit im Netzgebiet der Stadtwerke Amberg ist seit vielen Jahren hervorragend. Der regionale Energieversorger Stadtwerke Amberg zählt zu den besten Deutschlands. Für eine einwandfreie Versorgung sind die Stadtwerke auf das vorgelagerte Netz und die Übertragungsnetze angewiesen; die Stabilisierung der 50-Hertz-Frequenz im Stromnetz wird aber durch die häufig schwankende Energieerzeugung immer schwieriger.
Um gegen einen längerfristigen Stromausfall gewappnet zu sein, wurden bereits 2014 und 2018 die Aufrechterhaltung der Trinkwasserversorgung erprobt und erste Live-Tests durchgeführt. Die Trinkwasserversorgung beruht im Wesentlichen auf einem strombasierten System von Pumpen und Wasseraufbereitungsanlagen. Um eine sicherere Versorgung im Blackout gewährleisten zu können, wurden ein entsprechendes Notfallkonzept entwickelt, neue Notstrom-Aggregate angeschafft und dafür notwendige bauliche Maßnahmen vorgenommen.
Mitte des Vorjahres wurde erneut die Zuverlässigkeit der Notversorgung überprüft: Können die Notstrom-Aggregate die Trinkwasserversorgung im gesamten Netzbereich aufrecht erhalten? Fachkundige Unterstützung erhielten die Stadtwerke Amberg durch den Katastrophenschutz der Stadt Amberg, Feuerwehr und das Technische Hilfswerk, die schon in einem sehr frühen Stadium in die Planungen miteinbezogen wurden.
„Ein flächendeckender Stromausfall bei einem Cyberangriff auf kritische IT-Infrastrukturen ist der für mich am wahrscheinlichsten auftretende Fall. Unsere Abhängigkeit von Strom in allen Bereichen des täglichen Lebens nimmt ständig zu. Im Fall eines Blackouts werden wir an vielen Stellen großen Einsatzbedarf für alle Hilfsorganisationen haben“, wie Dr. Bernhard Mitko, Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz in der Stadt Amberg, bestätigt. Da sei es ein großer Glücksfall, dass die Stadtwerke in der Lage sind, die Trink- und Löschwasserversorgung im Stadtgebiet ohne zusätzliche Unterstützung aufrechtzuerhalten; die Amberger Bevölkerung wäre in der Lage, sich in der eigenen Wohnung selber zu versorgen und die Führungsgruppe könne sich um andere wichtige Themen zur Bewältigung der Katastrophe kümmern.
„Wer schon mal von einem Wasserrohrbruch betroffen war, kennt die unangenehmen Folgen, wenn kein Trinkwasser mehr aus der Leitung kommt; in Bad oder Küche geht nichts mehr, genauso bedeutsam ist eine gesicherte Wasserversorgung auch für das öffentliche Leben“, betont Martin J. Preuß, 1. Bürgermeister der Stadt Amberg, der bestätigt, dass die Stadtwerke Amberg einmal mehr im Praxistest bewiesen haben, wie gut die Mitarbeiter auf eventuelle Krisensituationen vorbereitet sind.
„Die aktuelle politische Lage zeigt uns drastisch, wie wichtig die krisensichere Auslegung von Versorgungssystemen sein kann. Vor diesem Hintergrund sehen wir Live-Tests als wichtigen Beitrag für die Versorgungssicherheit in Amberg“, so Dipl.-Ing. (FH) Martin Malitzke, Prokurist und technischer Leiter des Geschäftsfeldes „Netze und Erzeugung“.
BILD:
Morgen-Briefing beim Blackout-Test der Stadtwerke - Dipl.- Ing. (FH) Martin Malitzke (3.v.r.) informierte in Zusammenarbeit mit der Stadt alle beteiligten Helfer und Blaulichtorganisationen über den Ablauf.
Bildnachweis: Karoline Gajeck-Scheuck
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