Die Versorgungssicherheit im Netzgebiet der Stadtwerke Amberg Versorgungs GmbH ist seit vielen Jahren hervorragend. Die durchschnittliche jährliche Unterbrechungsdauer je Kunde (SAIDI-Wert) in der Stromversorgung lag im Jahr 2016 unter zwei Minuten und damit sehr deutlich unter dem durchschnittlichen Wert in Deutschland von etwa 12 Minuten. Für die Versorgung ihrer Kunden sind die Stadtwerke Amberg aber auch auf das vorgelagerte Netz und die Übertragungsnetze angewiesen. Hier gestaltet es sich in den letzten Jahren immer aufwändiger die Energieversorgung sicher zu stellen. Die Stabilisierung der 50 Hertz-Frequenz im Stromnetz, die von großer Bedeutung für eine sichere Energieversorgung der Verbraucher ist, wird immer schwieriger. Dieser Umstand erfordert eine zunehmende Anzahl von Eingriffen in den Netzbetrieb seitens der Übertragungsnetzbetreiber. Ein flächendeckender Blackout ist - zwar weiterhin relativ unwahrscheinlich - jedoch durch zunehmende Vernetzung/Digitalisierung, verbunden mit steigenden IT-Risiken/Hackerangriffen, oder auch die verstärkte fluktuierende Energieerzeugung trotzdem nicht ausgeschlossen, sondern durchaus denkbar. Um für einen dennoch im Bereich des Möglichen liegend, längerfristigen, flächendeckenden Stromausfall gewappnet zu sein, wurde von den Stadtwerken Amberg deshalb bereits im Jahr 2014 die Aufrechterhaltung der Trinkwasserversorgung als lebenswichtige Aufgabe in einem solchen Szenario identifiziert und ein erster Test durchgeführt. Auch wenn im Katastrophenfall, wie einem länger andauernden, flächendeckenden Blackout die Stadtwerke Amberg nur auf Weisung des Katastrophenstabes tätig werden dürfen, haben sie sich bereits 2014, als verantwortungsbewusstes Versorgungsunternehmen mit der Thematik "Aufrechterhaltung der Trinkwasserversorgung" intensiv beschäftigt. Die Trinkwasserversorgung Ambergs beruht im Wesentlichen - wie allgemein üblich - auf einem strombasierten System von Pumpen und Wasseraufbereitsanlagen, weshalb vorbeugende Maßnahmen für den Ausfall der regulären Stromversorgung zu treffen sind. Um ein sicheres Weiterfunktionieren der Wasserversorgung Ambergs im Blackout-Fall zu gewährleisten wurde deshalb vom Team der Stadtwerke Amberg ein entsprechendes Notfallkonzept entwickelt, neue Notstrom-Aggregate angeschafft und entsprechende bauliche Maßnahmen getätigt. Nun wird erneut in Form eines Testszenarios die Zuverlässigkeit der Notversorgung im Praxistest überprüft. Ziel der Aktion ist es, die unterbrechungsfreie Wasserversorgung mittels Notstromversorgung für den gesamten Netzbereich der Trinkwasserversorgung Ambergs zu gewährleisten. Sachkundige Unterstützung erhalten die Stadtwerke Amberg hierbei durch den Katastrophenschutz der Stadt Amberg, die Feuerwehr und das Technische Hilfwerk der Stadt Amberg, die schon in einem sehr frühen Stadium mit in die Planungen einbezogen wurden.

Statements:

Dr. Bernahrd Mitko, Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) in der Stadt Amberg:

"Unsere Abhängigkeit von Strom in allen Bereichen des täglichen Lebens nimmt ständig zu. Sollte wirklich einmal der Strom für längere Zeit ausfallen, werden wir an vielen Stellen großen Einsatzbedarf für alle Hilfsorganisationen haben. Da ist es ein großer Glücksfall, wenn unsere Stadtwerke es schaffen, ohne zusätzliche Unterstützung die Trinkwasser- und die Löschwasserversorgung im Stadtgebiet aufrecht zu erhalten. Dann kann sich unsere Führungsgruppe um die anderen Themen zur Bewältigung der Katastrophe kümmern und die meisten Menschen können sich in ihrer eigenen Wohnung für eine gewisse Zeit selbst versorgen."

Prof. Dr. Stephan Prechtl:

"Wie wichtig im Katastrophenfall eine weiterhin funktionierende Trinkwasserversorgung der Bevölkerung ist, wurde den Stadtwerken Amberg bereits im Jahr 2014 vom Katastrophenschutz der Stadt Amberg bestätigt. Auch die Feuerwehr hätte im Einstzfall sonst sehr große Probleme Löschwasser bereit zu stellen. Als 100% Tochterunternehmen der Stadt Amberg stellen wir uns sehr gerne dieser Herausforderung und nehmen diese sehr ernst, was unser heutiger zweiter Praxistest beweist."

Dipl. Ing. (FH) Martin Malitzke Prokurist und technischer Leiter Netze & Erzeugung Stadtwerke Amberg Versorgungs GmbH:

"In Amberg wurde von allen zuständigen Stellen sehr früh die essentielle Bedeutung einer zuverlässigen Wasserversorgung im Krisenfall erkannt, was von Beginn an eine sehr konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit ermöglichte."

Hans-Peter Klinger, Erster Polizeihauptkommissar Polizeiinspektion Amberg:

"Überall wo Gefahren vorhanden sind, wird die Polizei die Gefahren abwehren. Geeignete Maßnahmen zu ergreifen und zu sichern gehören zu unseren Aufgaben. Im bewährter Weise werden auch durch besondere Aufbauorganisationen die unterschiedlichsten Lagen wie zum Beispiel bei der Unterstützung im "Blackout-Fall" bewältigt."

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